6. Tag: Jeder macht seins
Matze wollte trotz des bedeckt-regnerischen Wetters wandern gehen.
Es regnete immer wieder, so dass bei Joe und mir nicht viel Lust rauszugehen
aufkam. Außerdem brauchten wir vielleicht wirklich mal einen
Ruhetag.
Wir ließen ihn ziehen und machten uns erst mal einen ruhigen
Vormittag. Der verging mit Postkarten schreiben und Sachen waschen.
Am Nachmittag wurde das Wetter ein wenig besser, also setzte ich mich
aufs Rad. Ich fuhr nach Tatranská Lomnica und auf der Straße neben
der Tatrabahn nach Tatranská Polianka. Es lief trotz Muskelkater
ganz gut. Ich entschloss ich mich dazu, den Anstieg nach
Sliezsky dom zu wagen. Auf diesen 7 Kilometern hat man durchschnittlich
9 bis 10 % Steigung!
Bald tauchte ich in die tief hängenden Wolken ein. Nach einer
kurzen Rast erreichte ich 15:30 das Berghotel. Die Sicht war miserabel,
aber wenigstens konnte man bis zur nächsten Felswand sehen.
Als ich den See Velicke pleso und den Bach betrachtete, hatte ich
das Glück eine Wasseramsel zu beobachten.
Vom Bungalow auf dem Campingplatz bis hier hoch sind es 20 km und
910 Höhenmeter!
Die Abfahrt war recht langsam, weil die Straße kurvig und nass war.
Durch das viele Bremsen wurden meine Felgen schön heiß.
Matze hat während dessen eine große Tour gemacht:
Nach Tatranská Lomnica, zur
Zbojnícka chata (Räuberhütte), über denn Sedlo Prielom (2290 m) und
den Poľsky hrebeň nach Sliezsky dom, die Tatranská magistrála
entlang, runter nach Starý Smokovec und zurück mit der Bahn.
Er meinte es wäre wenig los gewesen aber dafür war sein Rucksack
durchgeweicht.
Der Witz an der ganzen Sache war: Matze war eine halbe Stunde vor mir bei
Sliezsky dom - wir haben uns knapp verfehlt!
Abend gab es den restlichen Reis mit Erbsen, Mais, Tomate und Wurst.